| Politik verschleiert geplanten Raubbau an der Apotheke: | | Drucken | |
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Apotheken und Patienten massiv betroffen Kiel, 24. September 2010, Hartnäckig hält sich die These, die Apotheken seien von den geplanten Einsparungen der aktuellen Gesundheitsgesetzgebung nicht betroffen. Das Gegenteil ist der Fall: Obwohl die Vertriebskosten für Arzneimittel über die öffentliche Individualapotheke europaweit mit den niedrigsten Anteil an den Arzneimittelausgaben haben, werden den Apotheken mit einem Federstrich 500 Millionen Euro vom Ertrag genommen. In der Berichterstattung über die Reform- und Sparpläne kommen diese 500 Millionen Euro Belastung für die Apotheken nicht vor , kritisiert Dr. Peter Froese, Vorsitzender des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein, die Verschleierungstaktik der Politik. Der Ertrags- und nicht etwa Umsatzverlust wird verheerende Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit unserer Apotheken und damit auf die Arzneimittelversorgung der Patientinnen und Patienten haben , warnt Froese. Wenn im ländlichen Raum einzelne Apotheken schließen müssen, dann entstehen schnell weiße Flecken auf der Karte Schleswig-Holsteins, die so groß sind wie die Fläche von Hamburg , veranschaulicht der Verbandsvorsitzende die drohenden Auswirkungen des geplanten Raubbaus an den Apotheken im Land. Die Apotheken haben mit der Umstellung ihrer Honorierung unabhängig vom Preis des Arzneimittels längst ihren strukturellen und nachhaltigen Sparbeitrag geleistet: Die Kosten, die die Apotheken an den Gesamtausgaben der GKV ausmachen, befinden sich auf einem historischen Tiefststand von 2,5 Prozent (gegenüber 3 % 2001) und betragen damit weniger als die Hälfte der Verwaltungsausgaben der Krankenkassen. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Apotheken viele Verwaltungsaufgaben zu Gunsten der Krankenkassen übernehmen müssen, wie zum Beispiel bei der Umsetzung der Rabattverträge oder dem kostenlosen Inkasso der Herstellerrabatte, dann ist unser Widerstand gegen den geplanten Raubbau nur recht und billig , erläutert Froese den Standpunkt der Apothekerinnen und Apotheker. Der Apothekerverband Schleswig-Holstein e. V. vereint auf freiwilliger Basis 720 der gegenwärtig 735 Apotheken in Schleswig-Holstein. Er schließt mit den gesetzlichen Krankenkassen Verträge über die Versorgung mit Arznei- und Hilfsmitteln und sichert so die kundennahe Rezepteinlösung und -belieferung überall in Schleswig-Holstein. Anlage: VfA Statistics 2010 Kontakt: Dr. Thomas Friedrich, Geschäftsführer, Telefon: 0431 31 93 60 od. 0160 97 22 54 76 |